Praxisbeispiel: Burnout erfolgreich verhindert

Mit Stressbewältigung und Resilienz-Training aus der Krise

Ausgangssituation: Martin Kohns (38), Diplom-Kaufmann, seit 3 Jahren Abteilungsleiter in einem Handelsunternehmen für Bauzubehör. Zunächst schilderte er mir, wie die Belastungen in seinem Job in den vergangenen 1 ½ Jahren stetig zugenommen haben. Im Unternehmen wurden zahlreiche Arbeitsbereiche neu strukturiert und Personal entlassen. Der Personalabbau führte zu Unzufriedenheiten und sorgte für viel Unruhe in der  Belegschaft. Die Maßnahmen hatten auch zur Folge, dass viele bewährte Arbeitskräfte von sich aus kündigten, die von der Geschäftsleitung gerne im Unternehmen gehalten worden wären.

Nach dem Umstrukturierungsprozess haben sich die Erwartungen und der Verkaufsdruck gegenüber den Mitarbeitern und der Führungsebene nahezu verdoppelt. Es waren sukzessiv immer mehr Überstunden erforderlich, um die täglichen Arbeitsanforderungen noch zu erfüllen. Die gestiegenen Belastungen wurden zum Dauerproblem und führten dazu, dass seine Konzentration sank und dass er im Alltag immer schneller nervös wurde.

Außerdem führten die Konzentrationsprobleme dazu, dass sich Fehler bei der Arbeit häuften. Auch das kannte er bislang nicht von sich und es beunruhigte ihn sehr. Er fühlte sich kraftlos - sein früherer "Schwung" war verflogen und auch die Arbeitsfreude existierte nicht mehr in dem Maß, wie er sie von sich gewohnt war. Seit Kurzem hatte er auch Schlafprobleme, die er beschrieb als sein „...Kopfkino, das ihn regelmäßig wach hielt." 

Vorgehen: Nach der Situationsanalyse entwickelten wir eine Strategie zur Stressbewältigung und Stärkung seiner Resilienz. So standen danach einige Veränderungen auf seiner „To Do Liste“ - wie z. B. ein „überfälliges“ Gespräch mit der Geschäftsleitung, regelmäßige Entspannungsübungen und mehr Bewegung als Ausgleich zum Stress, sich besser abzugrenzen und das Aufspüren von Entlastungsmöglichkeiten.

Wir trainierten daraufhin einige Entspannungsübungen und Atemtechniken, die er in seinen Arbeitsalltag  integrieren konnte und seinen Schlaf verbessern helfen. Im Resilienz-Coaching lernte er seinen Grenzen besser kennen und sein Handeln wirkungsvoll zu verändern. Außerdem legte er fest, welche Aufgaben er zukünftig an geeignete Mitarbeiter in seinem Team delegieren will. Abschließend bereiteten wir in einem persönlichen Klartext-Training sein klärendes Gespräch mit dem Vorgesetzten vor.

Ergebnis:  Regelmäßigen Entspannungsübungen sorgten daraufhin besonders in Akut-Situationen für eine rasche Entschleunigung und mehr innere Ausgeglichenheit. Seine Konzentration und seine Arbeits- und Lebensfreude kehrten nach und nach zurück. Die positive Wirkung bekam auch seine Familie zu spüren, denn er wurde auch privat zufriedener und ausgeglichener als zuvor.

Als positiver Nebeneffekt zur Mitarbeiterbindung verbesserte sich auch die Stimmung im Team merklich, und bei den Mitarbeitern mit der gestiegenen Verantwortung erhöhte sich die Arbeitszufriedenheit und Motivation. Das war ein zusätzlicher Effekt, mit dem er zuvor gar nicht gerechnet hatte.

Sein Resumé: „Dank der Zusammenarbeit mit Ihnen, Frau Winkler, achte ich jetzt mehr auf mich und motiviere auch meine Mitarbeiter zu regelmäßigem Ausgleich und Entschleunigung. Mir macht jetzt die Arbeit wieder Spaß und auch im Team hat sich die Stimmung weiter  verbessert. Ich bin insgesamt sehr froh, noch rechtzeitig die „Notbremse“ gezogen zu haben!“

Einzeltraining Stressmanagement und Resilienz-Coaching - Karrierebegleitung von Mai bis August 2017